Wir sind ein Gewohnheitstier.

Das hast du sicher schon oft gehört oder selbst erlebt. Wie sehr Gewohnheiten unseren Alltag prägen und wie schwierig es ist alte Gewohnheiten abzulegen, bekommt man oft dann sehr deutlich zu spüren, wenn wir etwas verändern wollen und schon nach kurzer Zeit keine Motivation mehr haben, weil es einfach zu anstrengend erscheint.

Warum Gewohnheiten aber wichtig sind und wie du diese Fähigkeit positiv für dich nutzen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Was sind Gewohnheiten eigentlich?

Gewohnheiten sind erlernte Prozesse, die für uns oder für unser Gehirn nicht mehr viel Aufmerksamkeit benötigen und unbewusst oder automatisiert ablaufen. Dazu gehört z.B. das Laufen, das Zähne putzen, das Lesen. Eigentlich alles worüber du nicht mehr viel nachdenken musst und es einfach so tust. Dazu gehören aber auch alle anderen vermeintlich schlechte Gewohnheiten, wie Rauchen, zuviel Süsses essen usw.

Diese Fähigkeit Gewohnheiten zu bilden ist für unser Gehirn essentiell. Es verarbeitet in jeder Minute tausende von Informationen und filtert ständig, was unsere Aufmerksamkeit benötigt oder nicht. Etwas Neues zu erlernen – dabei ist es egal ob man eine neue Bewegung im Sport oder Vokabeln einer anderen Sprache lernt – erfordert viel Aufmerksamkeit und Energie. Dieser Prozess findet im vorderen Bereich des Gehirns statt. 

Du kannst gerne einmal ausprobieren, wie es ist, wenn du als Rechtshänder plötzlich mit der linken Hand schreiben sollst und gleichzeitig telefonieren willst. Es wird dir sehr schwer fallen, dich auf beides gleichzeitig zu konzentrieren, weil das Schreiben mit der linken Hand fast deine ganze Aufmerksamkeit benötigt. Du bist es nicht gewohnt.

Wenn wir nun das Neue lange genug geübt bzw. wiederholt haben, wird es irgendwann im hinteren Bereich des Gehirns – dem unbewussten Bereich – abgespeichert und braucht nicht mehr soviel Aufmerksamkeit und Energie.  

Es ist zu einer Gewohnheit geworden. Alles was wir gewohnt tun fällt uns einfach und leicht und ist Easy Going.

Die Macht der Gewohnheit

Diese Fähigkeit ist etwas ganz Wunderbares, weil wir dazu in der Lage sind alles und ich meine damit wirklich alles zur Gewohnheit werden zu lassen.

Wir können positives Denken zu Gewohnheit werden lassen, Erfolgsdenken, gesund zu essen, regelmässige Bewegung – alles was wir uns vorstellen können.  

Wie würde dein Leben aussehen, wenn du keinen Zweifel mehr an deinem Erfolg hast, weil du nur noch Chancen erkennst und nicht das etwas schief gehen könnte?

Oder wie wäre es, wenn du dich ganz automatisch gesund ernähren würdest ohne darüber nachdenken zu müssen?

Alte Gewohnheiten abzulegen fällt uns deshalb so schwer, weil wir sie über lange Zeit eingeübt haben. Deshalb ist es leichter, eine Gewohnheit, die du ändern möchtest durch etwas Neues zu ersetzen.

Hier sind ein paar Tipps, die es dir leichter machen und dich unterstützen:

  1. Mache dir einen genauen Plan. Er gibt dir die Richtung vor und du bleibst leichter fokussiert.
  2. Halte dich an den Plan – ohne Wenn und Aber.
  3. Höre nicht einfach auf. Es kann bis zu drei Monate dauern bis sich eine Gewohnheit festigt.
  4. Räume dir deshalb genug Zeit ein.
  5. Belohne dich zwischendurch. Das Belohnungszentrum ist ein wichtiger Schlüssel. Sich zu belohnen macht glücklich und motiviert.
  6. Nehme dir nicht zu viel vor. Wie du weisst erfordert es Aufmerksamkeit und Energie. Deshalb überfordere dich nicht. Wenn du anfängst deine Ernährung umzustellen und mehr Sport zu machen, ist es vielleicht sinnvoller mit dem neuen Sprachkurs erst einmal zu warten, bis sich Ernährung und Sport für dich normal anfühlen.