Was ist Hochsensibilität (HSP) ?

Der Begriff Hochsensibilität oder HSP (High Sensitive Person) findet zunehmend immer mehr Bedeutung. Mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt, dass es hochsensible Menschen gibt, möchte ich gleich mit dem Vorurteil aufräumen, dass es sich um eine Störung oder Erkrankung handelt.

Hochsensible Menschen nehmen Sinneseindrücke und Reize viel intensiver und vielschichtiger war und verarbeiten diese auch tiefer.

Sie erleben das Wahrgenommene ausgeprägter, detailreicher und intensiver und sind dadurch sehr schnell überreizt und emotional überfordert. Oft entsteht dann das Bedürfnis sich zurückziehen zu müssen. Die Reaktion auf diese „Überempfindlichkeit“ wird im Umfeld oft als zu heftig, nicht angemessen oder unangebracht empfunden. Oft wirken hochsensible Menschen auch unsicher, nervös und gestresst, wenn sie in Situationen kommen, in denen ihre Reize überflutet werden oder sie gelten als introvertierte Persönlichkeiten.

Man unterscheidet drei Grundtypen, wobei sich die einzelnen Typen häufig mischen und die eine oder andere Form mehr oder weniger ausgeprägt ist.

Man unterscheidet in

  • Sensorisch hochsensible Menschen, die eine ausgeprägte Sinneswahrnehmung haben und z.B. sehr feine Gerüche wahrnehmen, sehr intensiv schmecken können oder Musik, Töne und Geräusche besonders intensiv wahrnehmen
  • Emotional hochsensible Menschen, die ein besonders ausgeprägtes Gespür für Emotionen und Stimmungen haben und auch nonverbale Reize wahrnehmen können und darauf reagieren. Diese Menschen haben meistens eine sehr hohe Empathie und können sehr mitfühlend sein.
  • Kognitiv hochsensible Menschen, haben ein sehr ausgeprägtes und komplexes Denkvermögen und können sehr vielschichtig Denken. Sie haben ein intuitives Gefühl für Logik und findet man häufig in wissenschaftlichen oder technischen Bereichen.

( Quelle : Wikipedia )

Die meisten hochsensiblen Menschen spüren recht früh, dass ihre Wahrnehmung und die Verarbeitung ihrer Eindrücke anders ist, als bei anderen Menschen. Sehr oft stellt man sich die Frage ob etwas nicht in Ordnung mit einem ist und ob man vielleicht etwas tun müsste. Man versucht sich anzupassen oder sich nichts anmerken zu lassen und irgendwie „normal“ zu sein. Manchmal führt das in einen Zustand totaler Erschöpfung.

Dabei steckt in hochsensiblen Menschen und ihren Fähigkeiten soviel Potenzial. In einer Zeit, in der alles immer schneller läuft und die Töne oft viel zu laut sind, braucht es leise aber kraftvolle Schwingungen. In ihnen liegen Stärke und Tiefe.

Ich vergleiche Hochsensibilität immer sehr gerne mit einem Baum.

Bei einem Menschen mit normal ausgeprägter Sinneswahrnehmung, spürt er die Wurzeln, den Stamm, die einzelnen Äste und Blätter bis hinauf zur Baumkrone. Ein leichter Wind weht und die Blätter rascheln. Die Sonne scheint auf das Laub und ab und zu setzt sich ein Vogel auf einen Ast und pfeift fröhlich ein Liedchen.

Bei einem Menschen mit hochsensibler Sinneswahrnehmung, spürt er die Wurzeln und die feuchte Kühle der Erde in die der Baum gepflanzt ist. Die Baumrinde ist rau und Ameisen wuseln auf und ab um Nahrung in ihren Bau zu schaffen. Aus den Tiefen der Erde zieht er Wasser den Stamm hinauf und in die Äste und in die winzig kleinen Verästelungen mit den neuen Trieben für die Früchte. Eine kleine Spinne spinnt ihr feines Netz im Geäst und die Sonne wärmt das Laub. Ein leichter Wind lässt die Blätter rascheln und zusammen mit dem Vogelgezwitscher in den Baumwipfeln klingt es wie ein fröhliches Liedchen.